Und als er einige Zeit dort zugebracht hatte, reiste er ab und durchzog der Reihe nach die galatische Landschaft und Phrygien
Apg. 18, 23

Reisezeit! Es sind Sommerferien. Millionen Touristen machen sich mit Auto, Flugzeug oder Schiff auf, um an ihr ersehntes Ferienziel zu kommen. Man mietet sich ein in Hotels, Ferienhäuser- oder Wohnungen, oder man macht eine luxuriöse Kreuzfahrt. Wenn man die Leute nach dem Urlaub fragt wie es im Hotel oder auf dem Schiff war, bekommt man die Antwort sehr schön und luxuriös. Morgens, Mittags und Abend gab es immer ein Buffet vom Allerfeinsten. Was danach alles weggeschmissen wird ist unvorstellbar. Zur Zeit ist verstärkt Caravaning angesagt. Die Leute fahren mit ihren teuren Wohnmobilen von Stellplatz zu Stellplatz und diskutieren Abends mit anderen Wohnmobilisten über die allgemeine Luftverschmutzung. Aber es regt sich auch Widerstand. Die Reise- und Luftfahrtgesellschaften sind mit den Flugzeugkapazitäten am Ende, die Einwohner der Kulturstätten wie Venedig wehren sich gegen die Kreuzfahrtschiffe, die täglich tausende von Touristen in die Stadt ergießen, oder auf Mallorca werden keine Baugenehmigungen mehr für Hotels erteilt.

Aber es gab auch Reisen anderer Art. Wir müssen nur die Reisen der Paulus in der Apostelgeschichte nachverfolgen. Paulus reiste dauernd im Auftrag des Herrn um in der damaligen bekannten Welt das Evangelium zu verkünden. Wir nennen das heute Missionsreise. Ich vergleiche Paulus im Moment wie einen Handelsreisenden. Er hatte den Auftrag das Evangelium unter den Heiden zu verkaufen. Aber ohne Flugzeug, Mietwagen und Kreditkarte. Auf seinen drei Missionsreisen besuchte er unter anderem Städte wie die Insel Zypern, Antiochia, Philippi, Thessaloniki, Athen Korinth, sowie Ephesus und viele mehr. Paulus reiste alleine oder nahm Begleiter mit wie Barnabas, Silas oder Timotheus. Auf diesen Reisen gingen sie zu Fuß auf staubigen Landstraßen (Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen gegen sie ab Apg. 13,51) unter einer unerträglich Hitze wie sie im Mittelmeerraum üblich ist. Sie wussten nicht wann die nächste Wasserstelle kam oder wo sie Nachts unterkamen und wie sie an Nahrung kommen sollten. Manche Reisen unternahmen sie auch per Schiff. Wenn man die Apostelgeschichte liest stellt man fest, dass Paulus und seine Begleiter trotz der extrem widrigen Umstände immer irgendwie versorgt wurden. Dafür hat schon Gott gesorgt. Paulus hatte nicht nur Durst und Hunger, er musste auch körperlich leiden und Schmerzen auf sich nehmen. Er wurde in Antiochia gesteinigt Apg. 14, 19. Er wurde geschlagen und ins Gefängnis geworfen Apg. 16, 23. Er wurde in Thessaloniki und Beröa verfolgt Apg. 17. Und viele ähnliche Situationen mehr. Wenn er sich länger irgendwo aufhielt verdiente er sich seinen Unterhalt als Zeltmacher selbst,
Die letzte Reise ging nach Rom wo er höchstwahrscheinlich hingerichtet wurde. Ich habe zwei Arten von Reisen beschrieben. So wie wir heute reisen und unter welchen Umständen Paulus damals gereist ist. Wenn wir im Hotel oder auf dem Kreuzfahrschiff ans Buffet gehen uns Lachs oder Steaks mit köstlichen Beilagen nehmen und uns aus der Flasche die schon auf dem Tisch steht ein Glas Wein einschenken und aufs Meer schauen, haben wir vielleicht manchmal einen kleinen Moment Zeit an die Reisen des Paulus zu denken.